
FOODFAIR-Lösung bei Ulmer Fleisch
Zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit: KI statt manueller Erfassung bei Ulmer Fleisch
FOODFAIR-Lösung erkennt Geschlecht und Schlachtnummer automatisch und macht Produktionsdaten direkt nutzbar
08.05.2026, Quakenbrück – Hohe Bandgeschwindigkeiten, tausende Tiere täglich und gleichzeitig steigende Anforderungen an Dokumentation und Rückverfolgbarkeit: Moderne Schlachtbetriebe stehen unter enormem Effizienzdruck. Gemeinsam mit der Ulmer Fleisch GmbH hat unser IT Partner SLA Software Logistik Artland GmbH die von ÖFK und SLA gemeinsam entwickelte FOODFAIR-Lösung zur automatisierten Geschlechts- und Schlachtnummererkennung im laufenden Schlachtprozess umgesetzt. Das Gemeinschaftsprojekt soll manuelle Erfassungsprozesse reduzieren, Produktionsabläufe transparenter machen und Fachkräfte im laufenden Betrieb gezielt entlasten.
Die Lösung verbindet eine KI-gestützte Geschlechtserkennung mit der automatischen Zuordnung der jeweiligen Schlachtnummer. Dafür kommen zwei Industriekameras in Edelstahlgehäusen zum Einsatz. Während eine Kamera den relevanten anatomischen Bereich zur Geschlechtserkennung erfasst, liest eine zweite Kamera die aufgesprühte Schlachtnummer. Die Daten werden in Echtzeit verarbeitet und direkt in die bestehende Produktions- und ERP-Landschaft integriert.
In den meisten Schlachtbetrieben erfolgt die Geschlechtserfassung bislang noch manuell. Unter den Bedingungen moderner Schlachtlinien mit hohen Bandgeschwindigkeiten und wechselnden Sichtverhältnissen gilt dieser Prozess als fehleranfällig. Gleichzeitig ist die Geschlechtsinformation ein relevanter Bestandteil der Wiegeliste und wichtig für Dokumentation, Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Durch die automatisierte Unterstützung kann Fachpersonal bei wiederkehrenden Kontroll- und Erfassungsaufgaben entlastet werden. Gleichzeitig entstehen Freiräume für Tätigkeiten, bei denen menschliche Erfahrung und fachliche Bewertung weiterhin entscheidend sind.
Bereits Anfang 2025 begann SLA gemeinsam mit Ulmer Fleisch mit der Planung zukünftiger Digitalisierungs- und KI-Anwendungen innerhalb der Produktion. Nach ersten Evaluierungen im Sommer 2025 erfolgte Ende Dezember die Installation der Hardware. Seit März 2026 läuft das System produktiv im Betrieb.
Täglich verarbeitet das System mehrere tausend Tiere. Laut Projektteam entstehen dabei rund 6.500 bis 7.000 Datensätze beziehungsweise Bildzuordnungen pro Tag. Die automatisierte Erkennung erreicht dabei laut SLA eine Trefferquote von bis zu 99,6 Prozent.
Neben der Geschlechtserkennung liefert das System zusätzliche Informationen zur Qualität über die Schlachtnummern und ermöglicht bei Bedarf eine nachvollziehbare Bilddokumentation einzelner Tiere. Dadurch werden Produktionsschritte transparenter dokumentiert und Tiere innerhalb des laufenden Betriebs eindeutiger nachvollziehbar. Gleichzeitig unterstützt die automatisierte Datenerfassung stabilere Abläufe im Produktionsalltag und reduziert fehleranfällige manuelle Eingaben auch bei hohen Bandgeschwindigkeiten.
Mit dem erfolgreichen Livebetrieb der Lösung sieht Ulmer Fleisch einen weiteren Schritt hin zu einer datenbasierten, transparenten und effizienteren Produktionssteuerung umgesetzt.


