Durch die zentrale ÖFK Datenbank der Klassifizierungsdienste Österreichs ist es nun relativ rasch möglich, die Klassifizierungsergebnisse niederösterreichweit auszuwerten. Weiters kann man auch die Entwicklung der Ergebnisse über eine frei wählbare Zeitspanne verfolgen. Im Folgenden berichtet die STN über einige interessante Zahlen aus dem Monat Mai 2010 und vergleicht diese mit dem Vergleichsmonat des Jahres 2009. Als Datenbasis für diese Auswertungen wurden all jene Schlachtungen herangezogen, welche in Schlachtbetrieben mit der EDV des Klassifizierungsdienstes erfolgten. Dies sind rund 97 % der von der STN klassifizierten Schweine und 99,7 % der Rinder.
Schweineklassifizierung in Niederösterreich
Im Mai 2010 wurden von der STN insgesamt 90.376 Stück Schweine klassifiziert und verwogen, wobei 86.591 Stück oder 95,8 % Mastschweine waren. Gegenüber dem Mai 2009 entspricht dies einer Steigerung um 4.000 Stück. Wenn man nun die Entwicklung der Klassen S und E betrachtet, so kann festgestellt werden, dass im Mai 2010 64,66 % der Mastschweine in die Klasse S (60 % MFA und mehr) eingestuft wurden. Dies ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Jahr 2009 um 2 Prozentpunkte (2009 66,63 %). Die Anzahl der Schweine in der Klasse E erhöhte sich dementsprechend. Im Mai 2010 waren 31,38 % der Mastschweine (27.176 Stück) in die Klasse E eingestuft worden. Auch der Anteil der Fleischklasse U (50 bis 54 % MFA) ist leicht angestiegen, und zwar von 2,21 auf 2,82 %. Erfreulich ist, dass die Schweine, welche als untergewichtig eingestuft werden müssen, d.h. weniger als 70 kg haben von 1,13 % auf 0,85 % zurückgegangen sind. Dies scheint ein Ergebnis der besseren Sortierung am Mastbetrieb zu sein.
Schweineklassifizierungsstatistik Mai 2010
Rinderklassifizierung in Niederösterreich
Im Mai 2010 wurden von der STN 10.229 Rinder klassifiziert. Dies sind rund 740 Stück mehr als im Mai 2009. Davon sind fast die Hälfte nämlich 4.912 Jungstiere, 2.307 Kühe und 1.484 Kalbinnen. Weiters wurden noch 480 Altstiere, 178 Ochsen, 401 Kälber und 467 Jungrinder klassifiziert, verwogen, protokolliert und gekennzeichnet. Besonders auffällig ist, dass bei den Jungstieren gegenüber dem Jahr 2009 um 1.000 Stück mehr geschlachtet wurden (2009: 3.917). Weiters ist noch interessant, dass die Schlachtung der Kühe von 2.827 im Mai 2009 auf 2.307 im Mai 2010 zurückgegangen ist.
Die Fleischklassenverteilung bei den Jungstieren ist sehr stabil. Im Mai 2010 wurden 54,42 % der Stiere in U, 2009 53,84 % eingestuft, 2010 35,16 % der Stiere in R, R Stiere 2009 37,22 %. Bei genauerer Betrachtung der Fettklassen der Schlachttiere fällt vor allem bei den Kalbinnen ein interessantes Detail auf. Die Kalbinnen neigen zu starker Verfettung. Diesbezüglich ist speziell in der Fütterung der Schlachttiere darauf Acht zu geben. Im Mai 2010 wurden von den 1.484 klassifizierten Kalbinnen 19,3 % in die Fettklasse 4 eingestuft. Dies waren im Monat Mai 2009 lediglich 17,6 %.
Rinderklassifizierungsstatistik Mai 2010
Gerade diese Auswertungen zeigen, dass eine genaue Analyse der Ergebnisse der Klassifizierung auch interessante Rückschlüsse auf die Produktion geben können.
07.06.2010 / Ing. Manfred Roitner (STN)